Das Telefon klingelt in Haus Nr. 7

Das Telefon klingelt in Haus Nr. 7

Die Geschichte des Telefons beginnt in Deutschland „offiziell“ im Jahre 1876 – auf einer etwa acht Kilometer langen Versuchsstrecke. Mit Erfolg, von da an war das Telefon auf dem Vormarsch. 1883 wurde die Telefonleitung zwischen Bremen und Bremerhaven in Betrieb genommen. Sie galt damals als die längste Telefonleitung Deutschlands!

Wer sich einen eigenen Telefonanschluss legen ließ, besaß im Amtsdeutsch der jungen Weimarer Republik eine „Öffentliche Sprechstelle bei Privaten“. Diese wurden, so berichtet es das Deutsche Telefonmuseum, erst 1921 eingeführt. Die erste große Deutsche Funkausstellung in Berlin, die CeBIT der 20er-Jahre sozusagen, brachte 1924 weiteren Schwung in die Verbreitung.


Um 1928 wurden die ersten öffentlichen Fernsprechhäuschen aufgestellt – jetzt konnte jedermann telefonieren. Die Genossenschaftler in Geestemünde-Süd hatten ihre eigene „Telefonzelle“, einen „für den allgemeinen Gebrauch eingerichtete Fernsprech-Nebenanschluss“ im Haus Am Skagerrak 22 10. Unsere Wohnungsgenossenschaft war also ganz vorn, als sie, bzw. einer ihrer Vorläufer, in Geestemünde-Süd einen Fernsprechanschluss vorhielt. 1927 gab man im Mitteilungsblatt den Bewohnern von Geestemünde-Süd den Hinweis, „dass der für den allgemeinen Gebrauch eingerichtete Fernsprech-Nebenanschluss nicht mehr im Hause Am Skagerrak 22 bestehe, sondern nach Doggerbankstraße 7 verlegt worden sei“.

Der heisse Draht

Nach der Umstellung auf Selbstwählbetrieb, berichtet das Historische Museum in seinem Buch „Vom Wirtschaftswunder zum Minirock, Bremerhaven in den 1950er- und 1960er-Jahren“, habe die Zahl der Telefonanschlüsse ständig zugenommen. 2.500 Telefonanschlüsse wurden allein im Jahr 1961 eingerichtet. Heute verfügen fast 100 Prozent aller Haushalte in Bremerhaven über einen Festnetz- oder Mobilfunkanschluss. Das Fernmeldeamt der Deutschen Bundespost war bis 1995 in der Friedrich-Ebert-Straße 33 ansässig.