Genossenschaft lebt vom Mitmachen

Genossenschaft lebt vom Mitmachen

Dieses genossenschaftliche Motiv ist ein Relief und in der Hofeinfahrt Fritz-Reuter-Straße 46 zu sehen. Der Händedruck ist ein verbreitetes Symbol der Arbeiterbewegung und wurde von den Genossenschaften, die der Arbeiterbewegung nahestanden, verwendet. Er steht für Solidarität. Ein weiteres bekanntes genossenschaftliches Symbol ist der Bienenkorb.


Genossenschaften sind demokratische Unternehmen. Ihre Mitglieder wählen ein „Parlament“ – die Vertreterversammlung. Die gewählten Vertreter vertreten sie und ihre Interessen gegenüber dem Vorstand. Diese demokratische, genossenschaftliche Idee gibt es in Deutschland seit 150 Jahren. 2017 würdigten die Vereinten Nationen die genossenschaftliche Idee und nahmen sie in die Immaterielle Liste des Weltkulturerbes auf.

Auch die WoGe Bremerhaven hat ein solches „Parlament“, eine rund 60 Mitglieder zählende Vertreterversammlung, und auch eine „Verfassung“, nämlich die Satzung. In ihr ist im Paragrafen 2 das Kerngeschäft der Wohnungsgenossenschaft Bremerhaven festgelegt. Die Wohnungsgenossenschaft hat den Auftrag, ihre Mitglieder zu fördern – „vorrangig durch eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung“. Die Satzung kann übrigens nur durch die Vertreterversammlung geändert werden.

Auf der Vertreterversammlung wird jedes Jahr unter anderem über die Verwendung des Gewinns entschieden, der Jahresabschluss festgestellt und der Aufsichtsrat gewählt. Die Vertreter können sich außerdem per Antrag in die Unternehmenspolitik einbringen. Doch der Spontaneität sind hier vom Gesetzgeber Grenzen gesetzt. Anträge oder Tagesordnungspunkte müssen rechtzeitig vorher angekündigt werden, sonst können keine Beschlüsse gefasst werden. Diese Sorgfalt ist notwendig, denn die hier getroffenen Mehrheitsentscheidungen sind bindend.

Zu den wichtigsten genossenschaftlichen Prinzipien zählt der Grundsatz: „One man, one vote.“ Unabhängig von der Anzahl der gezeichneten Anteile hat jedes Mitglied bei der Wahl nur eine Stimme. Bei der WoGe Bremerhaven gibt es jährlich zwei Veranstaltungen für die Vertreterinnen und Vertreter: die formelle Vertreterversammlung und mindestens ein weiteres Treffen, bei dem unter anderem aktuelle und geplante Baumaßnahmen vorgestellt werden.

Wie hieß es schon bei der „1. Ordentlichen General-Versammlung“ am 28. April 1919 in Geestemünde? „Wir erwarten einen recht zahlreichen Besuch der Mitglieder.“ Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die WoGe Bremerhaven freut sich über aktive Vertreterinnen und Vertreter. Denn Genossenschaft lebt vom Mitmachen.

Carl Müller-Neumann


Auch Carl Müller-Neumann ist Vertreter und seit über 40 Jahren Mitarbeiter der WoGe Bremerhaven. Er bezeichnet sich als überzeugten Anhänger des genossenschaftlichen Gedankens und der dahinterstehenden Vorstellung von Gemeinschaft. „Und die kleinste Zelle unserer Gemeinschaft ist die Nachbarschaft“, sagt er. Wenn sie funktioniere, sei sie die beste Voraussetzung für Sicherheit und nachbarschaftlichen Frieden.

Wolfgang Schomacker


Wolfgang Schomacker ist einer von 58 Mitglieder-Vertretern der WoGe Bremerhaven und engagiert sich auch ehrenamtlich beim Behindertensportfest im Nordsee-Stadion.

Jedes Jahr findet im Nordsee-Stadion ein großes Behindertensportfest statt, das die WoGe unterstützt. Rund 300 Helfer sorgen dafür, dass die Teilnehmer, die auf verschiedene Weise eingeschränkt sind, ohne  Schwierigkeiten und mit viel Spaß den Tag verbringen können. Die Sportler können sich nach Belieben an verschiedenen Wettkämpfen beteiligen. Zu den Disziplinen zählen Lauf- und Fahr-, Wurf-, Ziel- und Sprungwettbewerbe, Kegeln und Schwimmen. Diese Veranstaltung findet über die Grenzen Bremerhavens hinaus großen Anklang und wird durch die WoGe unterstützt.