Hofkinder seit drei Generationen

Hofkinder seit drei Generationen

25 Kinder haben in der Zeit von 1964 bis 1974 ihre Freizeit im Innenhof am Waschhaus Wittekindstraße verbracht. Es waren im Laufe der Jahre natürlich weit mehr Kinder, die hier gespielt haben. Aber es gibt nur eine Hofgruppe, die sich heute noch trifft. Auf dem Foto zwei bis heute Freundinnen gebliebene Hofkinder im Gespräch: rechts im Bild Britta Neidhardt, links Marina Stindt.

Hofkinder


„Wir hatten drei Zimmer mit Küche. Aber keine Dusche, und die Toilette mit Waschbecken war winzig klein.“ Britta Neidhardt, geborene Kull, ist 58 Jahre alt und erinnert sich noch gut an die Wohnung in der Schillerstraße 98, in der sie aufgewachsen ist. Die Kinder wurden in der Küche gebadet, in der auch der Ofen stand, auf dem gekocht wurde. Dieser Ofen aus ihrer Kinderzeit hat überlebt. Britta Neidhardt kann ihn im Historischen Museum jederzeit anschauen, wo er Teil der Dauerausstellung ist.

Für die Kinder war der Hof hinter der Schiller-, Wittekind- und Düppelstraße viel wichtiger als die enge Wohnung. Hier hatten sie viel Platz und konnten von morgens bis abends spielen. Drei „Generationen“ Kinder tobten sich dort aus. Noch heute spricht Britta Neidhardt von den „Kleinen“, auch wenn diese nur wenige Jahre jünger waren als sie. Für Kinder ist ein Altersunterschied von vier Jahren eine ganze Generation.

Damit all das nicht in Vergessenheit gerät und weil es immer viel zu lachen gibt, organisiert Britta Neidhardt regelmäßig mit einer langjährigen Freundin, Bettina Arians, Treffen der ehemaligen Hofkinder. 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Bremerhaven, Cuxhaven und Bremen, aber auch aus Heidelberg werden 2018 erwartet.

Man werde sich im Hof treffen, am Waschhaus, in das man sich als Kind heimlich geschlichen habe, um zu spielen. Dann werde man gemeinsam in Ruhe Fotos anschauen. Danach speist man zum Beispiel im Lokal „Blattlaus“ oder in einer der ältesten Kneipen der Stadt, im „Alt Bremerhaven“.

Bettina Arians ist das Mädchen mit den Stützrädern auf dem Foto. Sie hat in der Wittekindstraße gewohnt und etwa bis zu ihrem 13. Lebensjahr ihre Freizeit im Hof verbracht. Sie lebt heute in Jever. „Da, wo das Bier herkommt!“ Gemeinsam mit ihrer alten Freundin Britta – die beiden trafen sich zufällig bei einem Besuch in Bremerhaven – hat sie die ehemaligen Hofkinder aufgespürt und eingeladen.

Bettina Arians erinnert sich an Kinder aus Amerika, die ihre Großeltern besuchten und natürlich auch im Hof spielten. „Die hatten tolle Murmeln, aber man musste Englisch reden.“

Schöne Erinnerungen habe sie an den Hof, auch der erste Kuss mit der Sandkastenliebe gehöre dazu. Und das sichere Gefühl, als Einzelkind nicht allein sein zu müssen: „Im Hof war immer jemand zum Spielen.“


Auf ein Bier im Alt-Bremerhaven? Immer gern. Die Gastwirte Axel Nocke und Joachim Flick betreiben nach eigener Auskunft „die älteste Gastwirtschaft Bremerhavens“. Die Gaststube des Alt Bremerhaven war Anlaufpunkt für Kutscher, Seeleute und trinkfreudige Bürger der Seestadt. Das Gebäude wurde 1978 unter Denkmalschutz gestellt.

Blattlaus Bremerhaven


Die Blattlaus“ wurde immerhin schon 1982 im Gebäude des Tivoli gegründet, eines von 14 Kinos, die es in den 1950er-Jahren in Bremerhaven gab. Eröffnet wurde das Musikcafé als Treffpunkt für Jung und Alt. Am Konzept hat sich mit den Jahren nicht viel geändert. Der als „Mustache“ bekannte Clubraum wird heute für Feierlichkeiten unter dem Namen „Tusculum“ genutzt.


Manni Müller, Stadtbekanntes Bremerhavener Orignial, fuhr nicht nur mit seiner Ente (2CV) 20 Jahre durch die Welt, sondern eröffnete auch 1985 in Bremerhaven ein klassisches Tanzlokal an der Ecke Grazer Straße 31–35. Das Sanssouci, im Gebäude des Tivoli gelegen, betrieb er bis 1991. „Wenn es Nacht wird in Bremerhaven“ lautet der Titel eines Films über das Sanssouci, den der Stadtchronist und Filmer Horst Brinkmann im Internet bei YouTube bereitgestellt hat.