Ich bin ein Beute-Genosse!

Ich bin ein Beute-Genosse!

Siegfried Krüwe, Jahrgang 1935, ist viel herum­gekommen. In Berlin ist er geboren, in Jena hat er studiert und in Freiburg gelebt. Seit über 40 Jahren wohnt er in Bremerhaven.

Als Beute-Genosse bezeichnet er sich, weil die WoGe Bremerhaven das Haus in der Bussestraße, in dem er seit 1984 wohnt, gekauft hat und er auf diese Weise Mitglied wurde. Gut für Siegfried Krüwe, der schnell feststellte, dass die Wohnungsgenossenschaft anders rechnete als der vorige Eigentümer. Jahr für Jahr hatte er bei der Nebenkostenabrechnung nachzahlen müssen. Wohnungsgenossenschaften findet der „Beute-Genosse“ überhaupt gut. „Die Mannschaft der WoGe wirkt sehr kompetent“, merkt er an. „Es wird gründlich gearbeitet.“ Und wie fühlt er sich als zugezogener Bremerhavener? Ausgesprochen gut, er liebt den Wind, der stets bläst und für saubere Luft sorgt, und er freut sich über neue und „vorzeigbare“ Bauwerke wie das Auswanderer­­­museum 13 oder das Mediterraneo 43 in den Havenwelten.

Bussestrasse 6

28 Pfähle, fünf Stockwerke, elf Wohnungen und 100 Bewerber – Neubau in der Bussestraße 6

Die Grundsteinlegung auf 28 Pfählen war im November 2015 und bereits beim Richtfest im Mai 2016 lagen über 100 Bewerbungen für die wunderbar dicht an der Geeste gelegenen elf WoGe-Wohnungen vor. Einzug der neuen Bewohner war im Frühjahr 2017. 

Wohnen bei „Glüsing“

2016 erwarb die WoGe Bremerhaven die Gebäude Bussestraße 3 und 5. Das damit verbundene Ladengeschäft in der Borriesstraße 9 ist vielen als „Glüsing“ bekannt. Dieses Unternehmen war für Kunden in Schiffbau, Industrie und Handwerk tätig und bis Ende 2016 hier ansässig. 2017 wurde das „neue alte“ Wohnhaus Bussestraße 5 umfangreich modernisiert. Unter anderem wurden zwei Stockwerke aufgesetzt und ein Fahrstuhl eingebaut. In der Borriesstraße 9 ist Ende 2017 die Landbäckerei zur Horst eingezogen.

Unser Tipp für Gespräche mit Geeste-Blick!

Wir trafen Siegfried Krüwe in seinem Lieblingscafé, in der Villa Seebeck in der Deichstraße. Hier tranken wir Kaffee. 1871 ließ sich der Kupferschmied Georg Dietrich Seebeck in Geestemünde nieder. Seine Schmiedewerkstatt stellte auch Barkassen und Schlepper her. Der rührige Geschäftsmann kaufte etliche Werften und als er 1906 nach Bremerhaven zog, ließ er sich auf dem Gelände der Wencke-Werft eine repräsentative Unterkunft, nämlich die Villa Seebeck, bauen. Seit 2010 ist das heute denkmalgeschützte Gebäude als Restaurant und Café für die Öffentlichkeit zugänglich.

Ein Denkmal für Bremerhavens berühmten Reeder Busse

Vor 120 Jahren starb der betriebsame Reeder, nach dem die Bussestraße benannt wurde. Der ehemalige Schiffszimmermann, Fischhändler und Reeder Johann Friedrich Christian Busse ließ 1884 das erste deutsche dampfbetriebene Fischerei-Fahrzeug bauen. Die „Sagitta“ war über 30 Meter lang, zehn Knoten schnell und konnte 30 Zentner Fisch aufnehmen. Busse verband Fischfang und Fischhandel und legte damit die Grundlagen für die moderne Hochsee­fischerei. Er soll die erste öffentliche Fischauktion durchgeführt und als Erster in Deutschland Eishäuser zur Kühlung angelegt haben. An der Alten Geestebrücke wurde 1936 ein Denkmal für den Reeder eingeweiht.