Komm, wir chartern einen Bus!

Komm, wir chartern einen Bus!

„Komm, wir chartern einen Bus!“ Gesagt, getan. Für die Festschrift zum 100-jährigen Beste­hen der WoGe Bremerhaven wurde ein Bus der Linie 502 angeheuert.

Miriam Böttcher und Carl Müller-Neumann von der WoGe hatten eingeladen und über 30 Teilnehmer nahmen vergnügt Platz bei der Rundtour mit Bremer­havener Spezialwetter (sprich: Schietwetter). 

Bus Chartern


Los ging es an der Geschäftsstelle in der Fried­rich-­Ebert-Straße 5 18 in Richtung Parkstraße, vorbei am Speckenbütteler Park 68. Die Ausstie­ge waren bei dieser Fahrt nicht selbst gewählt, sondern an den Beständen der WoGe orientiert. So gab es einen Schwenk vorbei an der Eisenbahnstraße, durch die Parkstraße, vorbei an der Straße Kleiner Blink, in Richtung Geestemünde-­Süd.

Natürlich hielt der Bus auch am Klima­haus 15. Man stärkte sich auf der großen Plaza, genoss den – kurzen – Sonnenschein und reiste gemeinsam weiter Richtung Hauptbahnhof 54 und ­Altonaer Straße. Nach vielen Ein- und Ausstiegen, Kennenlern- und Wieder­sehens-Gesprächen endete die Tour an der Wilhelm-Raabe-­Schule 82. Hat es ge­regnet? Nur der Fotograf erinnert sich vielleicht noch daran.

Bürgermeister-Kirschbaum-Platz


Blick auf den WoGe-Hof in der Eisenbahnstraße/Bürgermeister-Kirschbaum-Platz. Die Wohnanlage ist beliebt bei Pendlern, weil dicht am Bahnhof Lehe gelegen. 2018 hat der Kiosk auf der Ecke Bürgermeister-Kirschbaum-Platz neu eröffnet. Er heißt nun „Fischtown Büdchen“. Von 1954 bis etwa 1982 wurde er als „Feinkost Duchrow“ betrieben und war bei den damals hier stationierten Amerikanern sehr beliebt.

Christa Bechtloff


Christa Bechtloff wohnt seit 15 Jahren bei der WoGe in der Finkenwärderstraße 41. Sie erkundet gerne mit dem Fahrrad „schöne Ecken“ in Bremerhaven und strickt leidenschaftlich gern: Socken. Und das in netter Gesellschaft, immer freitags im Ernst-Barlach-Haus. Ein Tipp noch für uns, Frau Bechtloff? Im Lokal „Alte Luneschleuse“ in Wulsdorf, „da gab es schon immer die besten Aale!

Bernd Hellwig


Das ist Bernd Hellwig aus Geestemünde-Süd. Seine Familie wohnt dort seit fünf Generationen und, das gefällt uns besonders gut, in vierter Generation bei der WoGe. Bernd Hellwig hatte viel zu erzählen – besonders von seiner Zeit als Vorstand im Kleingärtnerverein Geestemünde-Süd.
Sein Tipp: mal durch die Kleingärten schlendern und im Vereinslokal einkehren. 

Kleiner Blink


1954 hat der Magistrat den US-Amerikanern das Blinkviertel zur Bebauung angeboten. Mit Mistgabeln und Harken haben die Bewohner ihre Häuser und Gärten verteidigt – Revolution in Bremerhaven. Noch heute erinnert viel an die Amerikaner, die hier bis 1993 ihr Zuhause hatten.

Harald Eberspächer


Das ist: Harald Eberspächer. Die Busfahrt reichte nicht aus für alle seine Geschichten. Aber zum Glück bietet Harald Eberspächer regelmäßig Führungen und Wanderungen in und um Bremerhaven an. Der aktive Stadtbürger ist seit zwölf Jahren Mitglied im Bürgerverein Geestemünde mit Sitz in der Bismarckstraße und hat die Bürgergemeinschaft Wulsdorf mitgegründet. Er wohnt in Geestemünde, ist Jahrgang 1938 und findet, „der Tag müsste eigentlich doppelt so lang sein.

Margit Lesch und Karin Inselmann


„Sind Sie in Geestemünde aufgewachsen und sind Sie schon lange Mitglied der WoGe?“ Margit Lesch und Karin Inselmann nicken gemeinsam auf unsere Fragen. Die Schwestern gehören zu einer weitverzweigten Genossenschaftsfamilie, was in ihrem Fall bedeutet, dass über 15 Familienmitglieder bei der WoGe wohnen oder gewohnt haben. „Wenn ich von einer Reise komme“, sagt Margrit Lesch, „und das Schild Geestemünde sehe, fühle ich mich zu Hause!“

Carl Müller-Neumann


„Sind alle an Bord?“ Ein fröhliches „Ja“ und Carl Müller-Neumann von der WoGe Bremerhaven stellt Busfahrer und Aufsichtsratsmitglied Dietmar Kraske vor. Der freut sich, die Gruppe durch Bremerhaven zu fahren, lacht und biegt in die Rheinstraße ab.

Finkenwärderstraße 2–12


Es ist grün in Geestemünde-Süd und besonders hinter den Häusern in der Finkenwärderstraße 2–12. Großzügige Innenhöfe gehörten von Beginn an zur WoGe Bremerhaven.

Fritz-Reuter-Straße 50


Klinker prägen dieses Viertel und das ist keineswegs altmodisch: Auch heute gilt der Klinkerstein als „zeitgemäßes wie zeitloses“ Baumaterial. Alle drei Jahre wird von der Initiative Bauen mit Backstein der Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur verliehen.

Miriam Böttcher und Carl Müller-Neumann


Sie waren Veranstalter, Guides und gute Geister. Miriam Böttcher und Carl Müller-­Neumann von der WoGe Bremerhaven haben die Tour organisiert. Und dabei an alles gedacht, bis hin zu leckeren Brötchen für alle Teilnehmer in der Plaza am Mediterraneo.

Busse mit Geschichte

Hätten Sie's gewusst? Busse fahren erst seit 1925 in Bremerhaven. Die erste Strecke führte von Geestemünde nach Schiffdorf. Vorher fuhren dort tatsächlich noch Pferdefuhrwerke. Und die letzte Straßenbahnstrecke, die Linie 2, von der Langener Stadtgrenze zum Hauptbahnhof Bremerhaven, wurde 1982 eingestellt. Mehr Informationen unter www.bremerhaven-bus.de.

Im Bus durch Bremerhaven