Nichts für Weicheier!

Nichts für Weicheier!

Die Fischtown Pinguins und die Bremerhavener. Wenn Pinguin Kralli vor jedem Spiel einfach nur einmal über das Eis lief, sei das die Vorab-Show schlechthin gewesen. Manager Alfred Prey erinnert sich gerne an Krallis Auftritte. „Das ist nun auch schon gut 20 Jahre her.“ Doch Kralli ist unvergessen. Prey selbst ist seit über 25 Jahren Bremerhavener. Eingewandert aus der Oberpfalz, sei er inzwischen aber „komplett assimiliert“.

So echt wie Pinguin Kralli als Einheizer war, so echt und unverfälscht sind die Jungs der Pinguins als Spieler auf dem Eis. „Nichts für Weicheier“, sagt Manager Prey. „Ein harter und ehrlicher Mannschaftsport“ – vielleicht sei Eishockey in der Arbeiterstadt Bremerhaven deshalb so beliebt. Jeder der Spieler sei in der Stadt bekannt. Und Spielerinnen? Gibt es auch. Die Frauen-Mannschaft spielt bereits in der Regionalliga-Nord.

Alfred Prey

 
Der Teammanager des Bremerhavener Kultvereins, der seit 2016/2017 in der Deutschen Eishockey Liga als Nachfolger der Hamburger Freezers gilt, kam mit der Marine in die Stadt. Er landete nach seiner Borddienstzeit 1978 eher zufällig in der Nähe von Bremerhaven.

Schon als Kind spielte Prey leidenschaftlich gern Eishockey und ist nun ununterbrochen für seinen Verein im Einsatz. „Jedes Wochenende spielen wir zwei Spiele –  eines in Bremerhaven, eines auswärts.“ Die Auswärtsspiele führen sie nach Köln, Krefeld, München, Wolfsburg und Nürnberg – kurz: „Wir spielen überall.“

Der Etat des Vereins ist klein und deshalb freut man sich über die vielen Sponsoren, unter ihnen die WoGe Bremerhaven, die mit Bannerwerbung und Anzeigenschaltung zum Erhalt der Fischtown Pinguins beitragen. Wo die 22 Spieler wohnen? Prey überlegt nur kurz: „Die eine Hälfte wohnt in Lehe, die andere in Geestemünde.“

Eine Bremerhavener Mannschaft eben, die jedes Wochenende in der 2011 bezogenen neuen Eisarena am Wilhelm- Kaisen-Platz vor rund 4.700 Zuschauern spielt. „Es ist fast immer voll und immer ist die Stimmung toll.“ Wie war das noch? „In Bremerhaven lebt und denkt man Eishockey.“

Eishockey Fans

Wer war denn Wilhelm Kaisen?

Die Fischtown Pinguins Bremerhaven spielen seit 2011 in der Eisarena Bremerhaven am Wilhelm-Kaisen-Platz. Wilhelm Kaisen war Bürgermeister und Präsident des Bremer Senates bis 1965. Er genießt bis heute hohes Ansehen. Viele Plätze sind nach ihm benannt. Er setzte sich ebenso wie die Wohnungsgenossenschaft Bremerhaven für die „kleinen Leute“ ein. Mit seinem Namen verbunden ist neben vielen anderen Begebenheiten der Kaisen-Erlass. Damit sollte die Wohnungsnot nach dem Krieg bekämpft werden. „Jeder solle ein Haus bauen, der es könne“ war Kaisens Prämisse, nach der damals gestattet wurde, schnell und unbürokratisch kleine Häuser in Kleingartenanlagen zu errichten. Der Erlass wurde zwar 1949 aufgehoben, wirkt aber bis heute nach.

Mal geschätzt

Man schätzt, dass es in ganz Deutschland rund 30.000 Eishockey-Spieler gibt. Okay, okay, allein in der Stadt Ontario in Kanada sollen es 300.000 sein. Doch es bleibt dabei: Eishockey ist in Deutschland ein sehr beliebter Mannschaftssport und kommt im Ranking ziemlich schnell hinter Fußball.

Aus RSC und REV wurden die FP

Die Vorläufer der Fischtown Pinguins hießen RSC und REV Bremer­haven. Sie wurden 2002 in die Fischtown Pinguins GmbH überführt. Die hat es nach dem Aus der Hamburg Freezers 2016 in die DEL geschafft. Wo die zu sehen ist? Natürlich in der Eisarena.